Ziele

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Gebirgswälder unterscheiden sich deutlich von tiefer gelegenen Waldökosystemen: Kurze Vegetationszeit, Wärmemangel, hohe und lang andauernde Schneedecken sowie hohe Strahlungsintensität um nur einige der Unterschiede zu nennen. Laut dem 2. Landesforstinventar stehen rund 30% des Schweizer Waldes in der subalpinen Stufe. An diese Wälder werden vielfältige Anforderungen gestellt: Sie sollen den Wasserhaushalt regulieren, den Boden stabilisieren sowie Menschen und Infrastrukturen vor Naturgefahren schützen. Zudem dienen subalpine Wälder der Holzproduktion und bieten Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. 
Dank der Initiative von Herrn Professor Dr.Dr.h.c. Hans Leibundgut, dem Entgegenkommen der Gemeinde Tujetsch und der Unterstützung durch den Forstdienst des Kantons Graubünden konnte 1973 das damalige Institut für Waldbau der ETH Zürich mit der Gemeinde Tujetsch einen Vertrag über den Lehrwald abschliessen. Nach diesem Vertrag, der sich in seinen Grundzügen bis heute nicht verändert hat, bietet die ETH Beratung bei der Bewirtschaftung des Lehrwaldes, währenddem die Ausführung der Holzschläge und der Verkauf des Holzes weiterhin unter der Leitung des lokalen Forstdienstes erfolgt. 

Mit dem Gebirgslehrwald bei Sedrun soll diesen besonderen Eigenschaften der subalpinen Gebirgswälder in Lehre und Forschung Rechnung getragen werden. 

Lehre 
Der Umgang mit dem Wald in höheren Lagen basiert grundsätzlich auf den gleichen naturwissenschaftlichen Grundlagen wie der Waldbau in tiefen Lagen. Um das spezielle Wirkungsgefüge der Faktoren im Gebirge vermitteln zu können, wird der Unterricht in Gebirgswaldbau jedoch in einer eigenen Veranstaltung gehalten. Den Schwerpunkt des Gebirgswaldbaus bilden zahlreiche Exkursionen, wobei eine davon in Sedrun stattfindet. Der Forschungs- und Lehrwald Sedrun bietet lehrreiche Anschauungsbeispiele und die Grundlage spannender Diskussionen. 

Forschung 
Im Lehr- und Forschungswald können neue Kenntnisse im Verständnis der Abläufe und Zusammenhänge in Gebirgswaldökosystemen gewonnen werden sowie neue Waldbautechniken erprobt werden. Dank der Zusammenarbeit mit der Praxis (Gebirgswaldpflegegruppe, Fachstelle für Gebirgswaldpflege) können Themen aufgegriffen werden welche hohe Relevanz für die Bewirtschaftung von Gebirgswäldern haben.

Versuch mit Schürfflächen und Samenfallen im Uaul Bugnei (Foto: C. Heiri)
Versuch mit Schürfflächen und Samenfallen im Uaul Bugnei (Foto: C. Heiri)
 
 
URL der Seite: http://www.fe.ethz.ch/lehrwald/ziele.html
26.05.2017
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